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Strategie · Lesezeit ~8 Min

KI sinnvoll einsetzen: 7 Prozesse, mit denen du startest

27. August 2026

Wo lohnt sich KI im Unternehmen wirklich? 7 sinnvolle Anwendungsfälle für den Einstieg

KI einsetzen, weil gerade alle über KI sprechen? Das ist selten ein guter Ausgangspunkt.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Wo können wir KI einsetzen?"

Sondern:

„Welche unserer Prozesse lassen sich sinnvoll verbessern – und welche Technologie brauchen wir dafür?"

Denn nicht jeder schlechte Prozess wird durch KI zu einem guten Prozess. Manchmal ist eine klassische Automatisierung die bessere Lösung. Manchmal fehlt lediglich eine Schnittstelle zwischen zwei Systemen. Und manchmal kann KI tatsächlich einen entscheidenden Unterschied machen.

Der sinnvollste Einstieg beginnt deshalb nicht bei ChatGPT, einem bestimmten KI-Modell oder einem neuen Tool.

Er beginnt beim Prozess.

In diesem Artikel zeigen wir dir, woran du geeignete Prozesse erkennst und welche sieben Anwendungsfälle sich besonders gut für den Einstieg eignen.


Braucht dein Prozess überhaupt KI?

Bevor wir über konkrete Anwendungsfälle sprechen, lohnt sich eine wichtige Unterscheidung:

Automatisierung und KI sind nicht dasselbe. Wenn Daten nach einer festen Regel von System A nach System B übertragen werden sollen, braucht es dafür normalerweise keine KI.

Wenn aber eine eingehende E-Mail verstanden, ein Dokument interpretiert oder eine Anfrage anhand ihres Inhalts eingeordnet werden muss, kann KI interessant werden.

Besonders wirkungsvoll wird es häufig, wenn beide Ansätze miteinander kombiniert werden:

Automatisierung übernimmt die vorhersehbaren Abläufe. KI unterstützt dort, wo Informationen interpretiert, klassifiziert oder erzeugt werden müssen.

Und nur dort, wo ein Vorgang kritisch ist oder die Ergebnisse nicht sicher genug sind, wird ein Mensch einbezogen.

So entstehen Prozesse, die weitgehend automatisch durchlaufen können, ohne die notwendige Kontrolle aufzugeben.


Der 5-Fragen-Check: Wo steckt Automatisierungs- und KI-Potenzial?

Du musst kein KI-Experte sein, um interessante Prozesse in deinem Unternehmen zu erkennen.

Nimm einen konkreten Prozess und beantworte diese fünf Fragen:

  • Wird der Vorgang häufig wiederholt? Je häufiger eine Tätigkeit durchgeführt wird, desto interessanter ist eine Automatisierung.
  • Entsteht dabei viel manuelle Arbeit? Daten kopieren, Informationen suchen, Dokumente prüfen, E-Mails sortieren oder Inhalte in andere Systeme übertragen sind typische Hinweise.
  • Gibt es Medienbrüche? Informationen kommen beispielsweise per E-Mail oder PDF und müssen anschließend manuell in CRM, ERP, Fachverfahren oder andere Anwendungen übertragen werden.
  • Müssen Menschen Informationen interpretieren? Hier wird KI besonders interessant: etwa beim Verstehen von Texten, Dokumenten und Anfragen oder beim Klassifizieren und Zusammenfassen von Informationen.
  • Kann das Ergebnis kontrolliert werden? Für erste KI-Projekte eignen sich besonders Prozesse, bei denen Ergebnisse überprüfbar sind und Fehler keine unkontrollierbaren Folgen auslösen.

Je mehr dieser Fragen du mit „Ja" beantwortest, desto genauer lohnt es sich, den Prozess anzusehen.


7 sinnvolle Anwendungsfälle für KI und Automatisierung

1

In vielen Unternehmen beginnt ein erstaunlich großer Teil der Prozesse mit einer E-Mail.

  • neue E-Mails erkennen
  • Anhänge verarbeiten
  • den Inhalt einer Anfrage klassifizieren
  • relevante Informationen extrahieren
  • den zuständigen Prozess starten
  • Daten an CRM, ERP oder andere Systeme übergeben
  • Antwortvorschläge erzeugen oder
  • definierte Standardfälle automatisch beantworten

E-Mails und Anfragen automatisch bearbeiten

Entscheidend ist dabei die Risikobetrachtung.

Eine eindeutig erkannte Standardanfrage kann möglicherweise vollständig automatisiert bearbeitet werden. Bei ungewöhnlichen Fällen oder geringer Sicherheit wird dagegen ein Mitarbeiter eingebunden.

Das Ziel sollte nicht sein, Menschen aus jedem Prozess zu entfernen. Das Ziel ist, Menschen nur dort einzubeziehen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.


2

Rechnungen, Lieferscheine, Anträge, Verträge, Formulare oder Bestellungen erreichen Unternehmen noch immer häufig als PDF, Scan oder E-Mail-Anhang. Das Problem ist meistens nicht das Dokument selbst – das Problem beginnt danach.

  • Dokument empfangen
  • Dokumenttyp erkennen
  • Informationen extrahieren
  • Daten prüfen
  • Zielsystem aktualisieren
  • Prozess fortsetzen

Dokumente automatisch erfassen und weiterverarbeiten

KI kommt insbesondere dort ins Spiel, wo Dokumente unterschiedlich aufgebaut sind oder Inhalte nicht über starre Regeln zuverlässig erkannt werden können.

Bei kritischen oder nicht eindeutig erkannten Informationen kann automatisch eine Prüfung durch einen Mitarbeiter angefordert werden.

So lassen sich manuelle Datenerfassung und Übertragungsfehler reduzieren und Prozesse deutlich schneller weiterverarbeiten.


3

Das Problem vieler Unternehmen ist nicht fehlendes Wissen. Das Problem ist, es zu finden. Informationen liegen in Handbüchern, Verfahrensanweisungen, Protokollen, technischen Dokumentationen, Verträgen, Richtlinien, Wikis oder unterschiedlichen Ablagesystemen.

Unternehmenswissen intelligent zugänglich machen

KI-basierte Wissenssysteme können diesen Zugang grundlegend verändern. Mitarbeitende stellen beispielsweise eine Frage:

„Welche Regelungen gelten bei Bestellungen über 10.000 Euro?"

Das System durchsucht die dafür freigegebenen Unternehmensinformationen und erstellt daraus eine Antwort. Idealerweise werden gleichzeitig die verwendeten Quellen angezeigt, sodass die Aussage nachvollzogen und überprüft werden kann.

Technisch werden dafür häufig sogenannte RAG-Systeme (Retrieval-Augmented Generation) eingesetzt.

Besonders interessant ist dieser Ansatz für Unternehmen und Verwaltungen mit umfangreichen Regelwerken, Dokumentationen oder internem Fachwissen.

Dabei gilt allerdings:

Ein KI-Wissenssystem ersetzt keine verlässliche Datenbasis.

Berechtigungen, Aktualität der Dokumente, Quellen und Zugriffsrechte sind mindestens genauso wichtig wie das verwendete Sprachmodell.


4

Viele ineffiziente Abläufe entstehen nicht, weil einzelne Systeme schlecht funktionieren. Das Problem liegt zwischen den Systemen. Mit Workflow-Automatisierungsplattformen wie n8n lassen sich unterschiedliche Systeme und Dienste miteinander verbinden.

Systeme verbinden und Prozesse automatisch durchlaufen lassen

Ein typischer Ablauf könnte beispielsweise so aussehen:

E-Mail kommt an → Anfrage wird erkannt → Kundendaten werden aus dem CRM geladen → KI bewertet den Inhalt → Vorgang wird im Zielsystem angelegt → Kunde erhält eine Rückmeldung

Das Entscheidende: Nicht jeder einzelne Schritt benötigt KI. Feste Regeln und Datenübertragungen werden klassisch automatisiert. KI wird gezielt für Aufgaben eingesetzt, bei denen unstrukturierte Informationen interpretiert werden müssen.

Unser Grundsatz: Automation first

Wir versuchen Prozesse so zu gestalten, dass Standardfälle möglichst vollständig automatisch durchlaufen.

Ein Mensch wird gezielt eingebunden, wenn beispielsweise:

  • Informationen fehlen,
  • ein Ergebnis nicht eindeutig genug ist,
  • ein definierter Grenzwert überschritten wird oder
  • eine Entscheidung aufgrund ihrer Kritikalität bewusst freigegeben werden muss.

Dadurch entsteht keine isolierte „KI-Lösung", sondern ein durchgängiger digitaler Prozess.


5

Interessanter als allgemeine Chatbots sind Assistenten, die eine klar definierte Aufgabe erfüllen.

  • Ein Einkaufsassistent könnte Lieferanteninformationen zusammentragen und Angebote vergleichen.
  • Ein HR-Assistent könnte Fragen zu internen Richtlinien beantworten und Informationen für Personalprozesse vorbereiten.
  • Ein Projektassistent könnte Informationen aus verschiedenen Systemen zusammenführen, Risiken erkennen und Maßnahmen vorschlagen.
  • Ein Serviceassistent könnte Kundenanfragen analysieren und die nächsten Prozessschritte vorbereiten.

KI-Assistenten für konkrete Fachaufgaben einsetzen

Dafür muss nicht zwangsläufig ein eigenes KI-Modell trainiert werden. Entscheidend ist vielmehr, dass der Assistent kontrollierten Zugriff auf genau die Informationen, Systeme und Werkzeuge erhält, die er für seine Aufgabe benötigt.

Damit entwickelt sich KI vom reinen Textgenerator zu einem Bestandteil realer Geschäftsprozesse.


6

Viele Unternehmen und Verwaltungen haben bereits Anwendungen, Portale und digitale Workflows auf Low-Code-Plattformen wie Intrexx aufgebaut. Diese bestehenden Lösungen können gezielt um KI-Funktionen erweitert werden.

  • intelligente Suche
  • automatische Klassifizierung
  • Zusammenfassung längerer Inhalte
  • Extraktion von Informationen aus Dokumenten
  • Vorschläge für nächste Prozessschritte
  • Unterstützung bei der Dateneingabe oder
  • KI-Assistenten innerhalb bestehender Anwendungen

Bestehende Low-Code-Anwendungen um KI erweitern

Die vorhandene Prozesslandschaft bleibt bestehen. KI wird dort ergänzt, wo sie einen konkreten Mehrwert bietet. Gerade für Organisationen mit bestehenden Low-Code-Lösungen kann das ein deutlich pragmatischerer Einstieg sein als die Einführung einer komplett neuen Plattform.


7

Moderne Entwicklungswerkzeuge können Entwicklungsabteilungen bei klar abgegrenzten Aufgaben unterstützen.

  • Codevorschläge
  • Refactoring
  • Erstellung von Tests
  • Fehlersuche
  • Dokumentation oder
  • Analyse bestehender Codebasen

Softwareentwicklung mit KI unterstützen

Das bedeutet nicht, dass Softwareentwicklung plötzlich ohne Entwickler funktioniert.

Im Gegenteil:

Die Verantwortung für Architektur, Sicherheit, Qualität und fachliche Korrektheit bleibt beim Menschen.

Richtig eingesetzt kann KI jedoch Routinearbeiten reduzieren und Entwicklern mehr Zeit für die Aufgaben geben, bei denen ihre Erfahrung tatsächlich entscheidend ist.


Aber welcher Prozess lohnt sich wirtschaftlich?

Technische Machbarkeit allein ist kein ausreichender Grund für ein KI-Projekt.

Ein einfacher Ansatz zur Bewertung lautet:

Häufigkeit × manueller Aufwand × Automatisierungspotenzial

500 Vorgänge/Monat × 8 Minuten = 4.000 Minuten ≈ 67 Arbeitsstunden/Monat → 60 % automatisierbar
~40 Arbeitsstunden Potenzial pro Monat

Das ist ausdrücklich nur ein Rechenbeispiel. In einem realen Business Case müssen unter anderem Implementierungs- und Betriebskosten, Fehlerfälle, notwendige Kontrollen und der tatsächliche Automatisierungsgrad berücksichtigt werden.

Aber genau solche Berechnungen helfen dabei, aus einer interessanten KI-Idee einen belastbaren Business Case zu machen.


Wann KI die falsche Lösung ist

Das gehört für uns genauso zur Beratung wie die Frage, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann.

Nicht jeder Prozess braucht KI.

Wenn eine Aufgabe vollständig durch eindeutige Regeln beschrieben werden kann, ist eine klassische Automatisierung häufig robuster und wirtschaftlicher.

Wenn lediglich Daten zwischen zwei Systemen übertragen werden müssen, ist möglicherweise eine Schnittstelle die richtige Lösung.

Wenn Mitarbeiter eine Oberfläche für einen bislang manuellen Prozess benötigen, kann eine Low-Code-Anwendung sinnvoller sein.

Und wenn unstrukturierte Informationen verstanden, klassifiziert oder situationsabhängig verarbeitet werden müssen, kommt KI ins Spiel.

Deshalb betrachten wir bei ISIFIVE nicht zuerst die Technologie, sondern den Prozess.

Je nach Anforderung kombinieren wir Low-Code, Prozessautomatisierung und KI. Dabei setzen wir unter anderem auf Intrexx, n8n und unsere eigene KI-Plattform Konturos.

Technologie ist für uns Mittel zum Zweck. Entscheidend ist, ob der Prozess danach besser funktioniert.


Wo solltest du anfangen?

Nicht mit einem unternehmensweiten KI-Programm. Und auch nicht mit zwanzig Use Cases gleichzeitig.

Nimm einen konkreten Prozess. Am besten einen, der:

  • häufig vorkommt,
  • heute spürbar manuelle Arbeit verursacht,
  • klar abgegrenzt werden kann,
  • messbare Ergebnisse liefert und
  • ein überschaubares Risiko besitzt.

Dann lässt sich relativ schnell feststellen, ob klassische Automatisierung, Low-Code, KI oder eine Kombination daraus die richtige Lösung ist.

Ein klar abgegrenzter Proof of Concept kann anschließend zeigen, ob die Idee auch mit euren tatsächlichen Daten und Systemen funktioniert.


Hast du gerade an einen Prozess in deinem Unternehmen gedacht?

Dann lass ihn uns gemeinsam ansehen.

In einem kostenlosen 30-minütigen KI- und Automatisierungscheck prüfen wir mit dir:

  • Wo liegt das eigentliche Problem im Prozess? Gemeinsam schauen wir, was den Ablauf heute ausbremst.
  • Lohnt sich eine Automatisierung? Wir bewerten, ob der Aufwand in einem sinnvollen Verhältnis steht.
  • Braucht der Prozess überhaupt KI? Manchmal ist eine einfachere Lösung die bessere.
  • Welche Systeme und Daten müssten eingebunden werden? Wir klären, was technisch notwendig wäre.
  • Wo sind menschliche Prüfungen sinnvoll? Wir identifizieren, wo Kontrolle wichtig bleibt.
  • Eignet sich der Anwendungsfall für einen Proof of Concept? Wir schätzen ein, ob ein erster Test machbar ist.

Du brauchst dafür kein fertiges KI-Konzept.

Bring einfach einen Prozess mit, der dich heute Zeit, Geld oder Nerven kostet.

Wir sagen dir, wie wir ihn angehen würden.

→ Meinen Prozess kostenlos prüfen lassen

Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob sich KI für einen meiner Prozesse lohnt?
Klare Hinweise sind: wiederkehrende manuelle Tätigkeiten, Medienbrüche zwischen Systemen, schwer zugängliches internes Wissen, viele ähnliche Anfragen oder regelmäßiges manuelles Zusammentragen von Daten aus verschiedenen Quellen.
Muss ich meine bestehende IT-Infrastruktur ersetzen, um KI einzuführen?
Nein. In den meisten Fällen lässt sich KI als Ergänzung in bestehende Systeme integrieren – zum Beispiel durch Erweiterung bestehender Low-Code-Anwendungen oder durch systemübergreifende Automatisierung mit Tools wie n8n.
Was kostet ein erster KI-Proof of Concept mit ISIFIVE?
Ein Proof of Concept ist bei ISIFIVE ab 5.000 € als Festpreis erhältlich und in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen umsetzbar. Alle Daten werden ausschließlich auf deutschen Servern verarbeitet.
Ist KI wirklich immer die beste Lösung?
Nein – und das sagen wir bewusst. Manchmal ist eine klassische Automatisierung, eine neue Schnittstelle oder eine Low-Code-Anwendung die bessere und günstigere Lösung. Wir empfehlen das, was zum Problem passt, nicht das, was gerade im Trend liegt.
Für welche Branchen und Unternehmensgrößen sind diese KI-Einsatzfelder geeignet?
Die vorgestellten Prozesse eignen sich besonders für KMU und Mittelstandsunternehmen in Industrie, Handel, Dienstleistung und öffentlicher Verwaltung – also überall dort, wo manuelle Routinearbeit Zeit kostet und Daten nicht optimal genutzt werden.
Nächster Schritt
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